Montag, 26. November 2012

Nach Betreuungsgeld nun die teilfinanzierte Haushaltshilfe

Kaum zu glauben, zu welch einer gehirnakrobatischen Glanzleistung die Berliner Politclownerie so kurz nach der Lachnummer mit dem Betreuungsgeld schon wieder fähig ist. Da haben sich die Familienpolitikerkomiker der Unionsfraktion innerhalb der schwarz-gelben Koalition doch tatsächlich gegenseitig eingeredet, den – nach Meinung der Familienministerin Kristina Schröder – von der deutschen Wirtschaft so dringend benötigten hochqualifizierten Frauen beim Wiedereinstieg in die Arbeitswelt in Form einer teilfinanzierten Haushaltshilfe unter die Arme greifen zu müssen. "Bezahlbare Hilfe im Haushalt erleichtert Familien das Leben und insbesondere Frauen nach der Elternzeit die Rückkehr in den Beruf", sagt sie.
Hallo? Ich höre nichts! An dieser Stelle habe ich jetzt mit frenetischem Applaus gerechnet. Auf solch eine gequirlte Kacke muss man erst mal kommen! Frauen, die man mit dem Betreuungsgeld hinter den Herd geschickt hat nun mit einer teilfinanzierten Haushaltshilfe wieder dahinter hervorzulocken. Dazu gehört schon eine gehörige Portion Dummheit.
Seien wir doch mal realistisch. Hochqualifizierte (und karrieregeile) Frauen wissen, was sie dem Arbeitsmarkt Wert sind und können sich dementsprechend teuer genug verkaufen, so dass sie ihre Haushaltshilfe komplett selbst finanzieren können. Die pfeifen eineinhalb Jahre lang auf die 90 Euro im Monat. Und wenn dem nicht so ist, dann habt ihr Politamateure die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass dem so wird.
Bleibt da aber noch die Gruppe der nicht ganz so hochqualifizierten Frauen. Denen bieten sich jetzt total neue Arbeitsmarktnischen. "Wenn wir diese Dienstleistungen fördern, dann schaffen wir Zeit für Familien und schaffen gleichzeitig Arbeitsplätze", meint Arbeitsministerin Ursula von der Leyen. Ein Heer von Haushaltshilfen wird demnächst die Arbeitslosenquote mindestens halbieren, oder?
Das ist aber nur die eine Seite der Medaille. Die Schlaufüchse der Tigerenten-Regierung sind ja noch viel gewiefter, denn die 90 Euro kann man locker den angehenden Haushalthilfen von Hartz4 oder vom Aufstockungsbetrag wieder abziehen. Wirklich clever. Und wer gewinnt letztlich? Die Besserverdienenden kriegen es mal wieder in den Hintern gesteckt. Aber das ist ja nichts Neues, wenn man sich den Versuch der Beihilfe zur Steuerhinterziehung das Steuerabkommen mit der Schweiz ansieht.
Mensch, von den Volksvertreterndummern in Berlin und insbesondere von den arbeits- und familienpolitischen „hochqualifizierten“ Frauen in der Tigerenten-Regierung habe ich  die Schnauze jetzt aber mal so richtig gestrichen voll.

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